Das mit dem Trainingslauf und so verkneif ich mir diesmal. Auch wenn natürlich der Kyffhäuser Bergmarathon sich mehr oder weniger in die Vorbereitung auf den Rennsteiglauf einfügt. Kein Wunder, ist doch der Kyffhäuser Berglauf sowas wie der kleine Bruder vom Rennsteiglauf, alles wie in Schmiedefeld nur eben eine Nummer kleiner. Nachdem nun am Wochenende des Leipzig Marathons bei uns eine Jugendweihe ansteht, brauchte ich eine Alternative und da bot sich eben der besagt Lauf in Bad Frankenhausen an.
Da es per Autobahn mittlerweile fast ein Katzensprung bis dorthin ist, konnte ich auch ganz getrost erst Samstag morgen anreisen. Dort war alles bestens organisiert, selbst einen Parkplatz in Nähe des Starts gab es. Startunterlagen abgeholt, Dixie besucht, umgezogen, nochmal mit ein paar Bekannten geschwatzt, ein paar Meter warmgelaufen. Also das übliche Programm vor dem Start. Die Bekleidungswahl war unkompliziert, da das Wetter nahezu perfekt war. Zwar etwas Wind, aber trocken und weder zu warm noch zu kalt.
Nach dem Start bildete sich vorne schnell ein Spitzengruppe. Da ich vorher einen Blick in die Meldeliste geworfen hatte, wusste ich das durchaus ein paar schnelle Läufer am Start sein sollten. Also hat mich das nicht unbedingt beunruhigt. Mein Ziel war ja in Vorbereitung auf den Rennsteig ein möglichst kontrolliertes Rennen bei ca. 90-95 % zu laufen und das wenn möglich unter 3 Stunden.
Nach ein paar kopfsteinlastigen Meteren durch Bad Frankenhausen ging es auf der nur teilweise abgesperrten Straße Richtung Norden. Auf dem Streckenprofil sah das noch gar nicht so schlimm aus, allerdings war es in Wirklichkeit dann doch etwas hügeliger als gedacht. Zudem gab es einen frischen Nordwestwind. Geplant war ein Schnitt von 4:10 auf den ersten 10km bevor es dann richtig hochgehen sollte. Das lief auch perfekt. An der Barbarossahöhle vorbei ging es auf der Landstraße Richtung Norden. Die langen geraden Stücken hatten zwar den Nachteil mit dem Gegenwind, dafür konnte man aber sehen, was vorne passierte. Die Spitzengruppe war mittlerweile geplatzt.
Nach 11,5km ging es dann ostwärts auf dem Rennweg Richtung Kulpenberg. Mittlerweile lag ich auf dem 6.Platz. Nach einer kurzen Ehrenrunde unterhalb des Funkturm Kulpenberg ging es sehr crossig auf schmalen Pfaden weiter. Hier sammelte ich die nächsten Läufer ein und nach 22km beim Anstieg hoch zum Kyffhäuserdenkmal lag ich schon auf Platz 3. Hier gab es neben einer Verpflegungsstelle auch den Kontrollstempel. Auf dem kurzen Pendelstück konnte ich gut den Abstand zur Spitze abschätzen, der war überraschenderweise gar nicht so groß. Also bergab vom Denkmal ordentlich Gas gegeben. Irgendwann rief mir jemand zu, das ich falsch wäre. Wie jetzt? Also wieder zurück, natürlich berghoch. Den kleinen Abzweig hatte ich total übersehen und bis auf einen kleinen Kreidepfeil gab es auch keine Markierung. Schöner Mist. Das waren so sicherlich 300-400m umsonst und anstatt Platz 2 war ich wieder auf Platz 5.
Mit ordentlich Adrenalin im Blut ging es bergab. Nach 5km hatte ich den ersten Läufer und nach 7km den nächsten. Gut 10km vor dem Ziel war ich jetzt wieder auf Platz 3. Lustigerweise wartete immer mal das Führungsmotorrad um uns hinten den Abstand zur Spitze mitzuteilen. Angeblich nur 3 Minuten sollten es sein. Nun wollte ich zwar nicht unbedingt auf Sieg laufen, aber wenn es möglich ist, kann man es ja mal probieren. Die nächsten 3 Kilometer sollte es jetzt steil nach unten nach Udersleben gehen. Gute 200 Höhenmeter galt es hier zu vernichten, teilweise auf zerfahrenen Feldwegen. Vor mir leuchtet dort schon das rote Shirt des Zweiten. In Vorbereitung auf den Lauf hatte mich Jörg schon vor dem Anstieg in Udersleben gewarnt. Hier bei km35 geht es auf 3km noch mal ordentlich hoch. So war ich schon etwas auf die Rampe hoch zum Flugplatz vorbereitet. heftig war das Ding trotzdem. Nach der Rampe war ich dann auf Platz 2 und ich hatte noch gute 5km Zeit. Auf dem langen Anstieg parallel zum Flugplatz konnte ich ganz allmählich auf den Führenden aufschließen und nach km39 war ich Erster. Jetzt nur noch 150m runter am Panoramamuseum vorbei und an der Blutrinne entlang bis zum Ziel. Mit müder Muskulatur kein großes Vergnügen und allzu großes Risiko wollte ich nicht gehen (BTW ist der spätere Vierte hier noch böse gestürzt und kam mit zwei verbundenen Händen zur Siegerehrung). Das war aber auch nicht unbedingt nötig. Dann noch die kleine Ehrenrunde um den Schloßplatz und als Erster ins Ziel.
Ich war schon überrascht, zumal die Zeit von 2:59 nicht unbedingt in den letzten Jahren zum Sieg gereicht hätte. So kommt es, das die Serie der gewonnen Marathons mittlerweile auf 4 angewachsen ist. Ok, da ist jetzt auch der Teammarathon dabei. Aber kurios ist das schon. Obwohl man ehrlicherweise nicht viel drauf geben darf. Aber mal so einen Klassiker wie den Kyffhäuser zu gewinnen hat schon was. Als ersten Preis gab es übrigens eine Tischtennisplatte, die wird aber zum Glück angeliefert.

4 Kommentare:
Ich finde, da kann man schon etwas drauf geben ; )
Glückwunsch! Das ist doch das Salz in der Vorbereitungssuppe.
Grüße, Martin
Glückwunsch, das ist schon ein ordentliches Ding.
Natürlich recht herzlichen Glückwunsch zum Sieg. Und da Du so auf bergige Läufe stehst, ich kann den Brocken-Marathon da nur wärmstens empfehlen.
Nur eins ist komisch, seit wann gelten so profane Dinge wie eine Jugendweihe als Entschuldigung für die Nichtteilnahme am Heimat-Marathon?? ;-))
Glückwunsch nochmals, toller Bericht und ich dacht immer du warst von Anfang an vorn dran;-)
Bei mir ist es auch die Jugendweihe, die mich am Treppenmarathon hindert, aber sonst wäre ich auch nie an den Kyff gekommen. Also tolle Feier und man läuft sich übern Weg;-)
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